Ja, ich bin Katholik.
Ich bin eine verfolgte, diskriminierte Minderheit. Und die ganze Welt schaut zu.
Übertrieben? Weiß Gott, nein. Niemand kann sich wohl vorstellen, wie es ist, gläubiger Katholik zu sein, Theologie zu studieren, für die Kirche arbeiten zu wollen, und das in der Öffentlichkeit zu sagen. Man wird beschimpft und beleidigt und gemobbt.
Ja, ich bin Katholik.
Nein, ich bin kein Vergewaltiger.
Ich bin auch nicht geistig zurückgeblieben.
Ich "glaube" an darwinsche (und neo-darwinsche) Evolutionstheorien.
Ich habe ein heliozentrisches Weltbild.
Ich lese Schriften von Galilei.
Ich betreibe Naturwisschenschaft und erkenne auch deren Ergebnisse an.
Ich steinige keine andersgläubigen.
Ich respektiere jede andere Religion/Glaubensart/Weltanschauung.
Ich habe ausserehelichen Geschlechtsverkehr.
Ich nehme die Pille.
Ich benutze Kondome.
Ich werde einmal mit meinem Partner zusammenleben, auch unverheiratet.
Ich kreuzige keine Homosexuellen.
Ich gehe nicht auf Kreuzzüge.
Ich verbrenne keine Hexen.
Ich will nicht alles und jeden missionieren.
Ich habe einen freien Willen.
Ich darf lachen und tue es auch.
Ich bin kein Mitglied einer verfassungswidrigen Organisation.
Wie oft hab ich in letzter Zeit schon gehört, dass die Katholische Kirche, gar das ganze Christentum verboten gehört! Das macht mich traurig und müde.
Zuletzt war es im Zusammenhang mit der Hungersnot in Ostafrika. Als der Papst die Gläubigen dazu anhielt zu helfen und zu spenden.
Wie viele regten sich darüber auf. Der Papst würde nur reden und nichts tun. Man solle sich mal die Bundesregierung anschauen die XY Millionen spenden würden. Aha.
Frau Merkel hat also ihr Portmonee aufgemacht und XY Millionen gespendet. Damit ist fertig. Achso. Gut zu wissen.
Leider hat der Vatikan als Staat nicht ein derartiges Vermögen, als dass er XY Millionen raushauen könnte. Aber die Kirche an sich tut viel mehr als es irgendwelche Gelder von Frau Merkel tun könnten. Sie hilft nämlich. Und zwar direkt und unmittelbar. Nur um ein paar kirchliche Hilfsorganisationen zu nennen:
Brot für die Welt
Caritas
Cristoffel Blindenmission
Diakonisches Werk
Kindernothilfe
Lazarus Hilfswerk
Malteser Hilfsdienst
Misereor
Dazu kommen noch andere Organisationen, die kirchlich unterstützt werden (wie zB action medeor) oder christlichen Ursprung haben.
Sollen all jene Menschen, die schreien, die Kirche gehöre verboten, ihre Kinder aud kirchlichen Kindergärten und Schulen nehmen. Ihre Eltern und Großeltern aus den kirchlichen Altenheimen nehmen, kirchliche Pflegedienste nicht mehr beanspruchen. Sollen eben jene nie wieder in kirchliche Krankenhäuser gehen. Sollen diese gefälligst aufhören Weihnachten und Ostern zu feiern und an allen sonstigen Feiertagen arbeiten gehen. Sollen sie aufhören klassische Musik zu hören und zu machen. Sollen sie sich vorstellen, wie es wäre, wenn die Kirche ( einer der größten Arbeitgeber Deutschlands) plötzlich nicht mehr wäre.
Ja, ich bin Katholik.
Aber ich bin auch ein Mensch.
Lasst mich in Ruhe und Frieden leben. Ich lass euch auch.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. (1Kor 13,13)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen